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Graphit-Bipolarplatten verstehen: Die Schlüsselkomponente von Brennstoffzellen

Bild von Michael Ward

Was ist eine Graphit-Bipolarplatte?

Eine Graphit-Bipolarplatte ist eine entscheidende Komponente in Brennstoffzellen, insbesondere in Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen (PEMFCs) und Festoxid-Brennstoffzellen (SOFCs). Sie stellt die Oberfläche für elektrochemische Reaktionen bereit, ermöglicht den Elektronenfluss und dient als Separator zwischen den einzelnen Brennstoffzelleneinheiten.

Graphit-Bipolarplatten werden aufgrund ihrer hervorragenden elektrischen Leitfähigkeit, hohen Stabilität und starken Korrosionsbeständigkeit geschätzt. Sie spielen eine Schlüsselrolle im Brennstoffzellenstapel, indem sie die Verteilung der Reaktionsgase erleichtern, Wärme abführen und zur strukturellen Integrität des gesamten Zellstapels beitragen.

Aus welchen Materialien bestehen Graphit-Bipolarplatten?

Bipolare Graphitplatten bestehen hauptsächlich aus verschiedenen Graphitarten, darunter Naturgraphit, synthetischer Graphit oder expandierter Graphit. Häufig werden sie jedoch weiterverarbeitet oder mit anderen Materialien kombiniert, um ihre mechanischen Eigenschaften, die elektrische Leitfähigkeit und die Korrosionsbeständigkeit zu verbessern.

1. Naturgraphit: Dieser wird aus natürlichen Vorkommen gewonnen und zu Platten verarbeitet. Er besitzt eine gute elektrische Leitfähigkeit, kann aber zur Verbesserung der Haltbarkeit und Korrosionsbeständigkeit eine zusätzliche Behandlung erfordern.

2. Synthetischer Graphit: Dieser wird durch industrielle Prozesse hergestellt und bietet eine gleichmäßigere Struktur sowie potenziell verbesserte Eigenschaften wie höhere Reinheit, bessere mechanische Festigkeit und verbesserte Verschleißfestigkeit.

3. Expandiertes Graphit: Diese Graphitart wird durch chemische Behandlung von Graphit hergestellt, wodurch eine flexiblere, expandierte Struktur entsteht. Es wird häufig zur Herstellung von Verbundbipolarplatten verwendet und bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Flexibilität und Leitfähigkeit.

Um die Leistung und Lebensdauer von Graphit-Bipolarplatten zu verbessern, werden diese häufig mit Harzbindemitteln, Polymeren oder anderen leitfähigen Zusätzen kombiniert. Diese Verbundwerkstoffe erhöhen die mechanische Festigkeit, verringern die Sprödigkeit und erhalten die Leitfähigkeit, wodurch sie sich besser für den Einsatz in den anspruchsvollen Umgebungen von Brennstoffzellen eignen.

Wie werden Graphit-Bipolarplatten hergestellt?

Bipolare Graphitplatten sind unverzichtbare Bauteile in Brennstoffzellen. Sie bieten eine leitfähige Oberfläche für Reaktionen und eine Struktur, die die einzelnen Zellen voneinander trennt. Ihre Herstellung umfasst komplexe Prozesse, um eine hohe Leitfähigkeit, Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit zu gewährleisten.

Als nächstes werden wir uns mit der Herstellung dieser Platten befassen und uns dabei auf drei wichtige Herstellungsverfahren konzentrieren: Bearbeitete Graphitplatten, spritzgegossene Graphitplatten und geformte Graphitplatten.

1. Bearbeitete Graphitplatten

Der Herstellungsprozess für bearbeitete Graphitplatten umfasst mehrere Schritte:

Rohstoffaufbereitung: Dabei werden Koks und Pech bei hohen Temperaturen (1,000–1,300 °C) zu Kohlenstoff vermischt, der anschließend mit Pech imprägniert und gebrannt wird. Das so entstandene karbonisierte Material wird danach in einem Elektroofen bei 2,500–3,000 °C erhitzt, um Graphit zu gewinnen.

Zuschnitt: Die großen Graphitblöcke werden grob in Platten geschnitten, die den erforderlichen Abmessungen der Bipolarplatte entsprechen.

Imprägnierung: Die Graphitscheiben werden mit Harz imprägniert, um die inneren Poren zu füllen und die Oberflächenqualität zu verbessern. Dieser Prozess dauert in der Regel 24 Stunden, gefolgt von einer Wärmebehandlung zur Aushärtung des Harzes. Je nach verwendetem Harztyp können Graphitplatten mit Phenol- oder Furanharzen imprägniert werden.

Schleifen: Nach der Imprägnierung sind die Platten rau, daher werden sie einem Grob-, Mittel- und Feinschleifen unterzogen, um die gewünschte Glätte zu erreichen.

Gravur und Bearbeitung: Dies ist ein entscheidender Schritt für präzise Strömungsfelder und Abmessungen. Aufgrund der Sprödigkeit von Graphit erfordert dieser Prozess höchste Präzision, um Qualität und strukturelle Integrität zu gewährleisten.

Dieses Verfahren ist möglicherweise nicht für ultradünne Platten (weniger als 1.5 mm) geeignet, da Graphit eine geringe Festigkeit und Sprödigkeit aufweist, was zu erhöhtem Werkzeugverschleiß und möglicherweise ungenauen Abmessungen führen kann.

2. Spritzgegossene Graphitplatten

Beim Spritzgießen wird ein Gemisch aus Graphit und Harz erhitzt und in eine Form eingespritzt, um Bipolarplatten herzustellen. Dieser Prozess umfasst Folgendes:

Materialmischung: Graphit und Harz werden in bestimmten Verhältnissen vermischt. Metallpulver und Fasern (wie Kohlenstoff- oder Keramikfasern) können hinzugefügt werden, um die Leitfähigkeit und die mechanische Festigkeit zu verbessern.

Spritzgießen: Die Mischung wird erhitzt und in eine geschlossene Form eingespritzt. Nach dem Abkühlen und Erstarren wird die Bipolarplatte aus der Form entnommen.

Spritzgießen bietet zwar Skalierbarkeit, hat aber auch Einschränkungen, darunter die langwierige Entbinderung (bis zu 7 Tage), Rissbildung in dicken Bereichen und Größenbeschränkungen. Eine weitere Graphitverarbeitung kann die Leistung verbessern, erhöht aber die Produktionskosten.

3. Geformte Graphitplatten

Geformte Graphitplatten werden hergestellt, um die Produktionskosten zu senken und eine Massenproduktion zu ermöglichen:

Materialvorbereitung: Es wird eine Mischung aus Graphitpulver und Harz hergestellt und anschließend einer Vorbehandlung unterzogen.

Formgebung: Die Mischung wird in eine Form gegeben und unter Druck und Hitzeeinwirkung verpresst, sodass das Material fließt und den Formhohlraum ausfüllt. Bei einem Duroplast als Bindemittel dauert das Aushärten und Entformen nur wenige Minuten. Bei einem Thermoplasten muss die Form vor dem Entformen unter den Schmelzpunkt abgekühlt werden.

Geformte Graphitplatten bieten im Vergleich zu anderen Verfahren eine kostengünstigere und besser skalierbare Methode, erfordern jedoch eine sorgfältige Kontrolle, um Gleichmäßigkeit und Qualität zu gewährleisten.

Anwendungen von Graphit-Bipolarplatten

Bipolare Graphitplatten sind aufgrund ihrer hervorragenden Leitfähigkeit, Langlebigkeit und chemischen Beständigkeit unverzichtbare Industriekomponenten, insbesondere in Wasserstoffenergieanwendungen. Im Folgenden werden einige der wichtigsten Anwendungsgebiete bipolarer Graphitplatten in verschiedenen Branchen näher betrachtet:

1. Brennstoffzellenherstellung

Graphit-Bipolarplatten sind bei der Herstellung von Brennstoffzellen von entscheidender Bedeutung und dienen sowohl als Anoden- als auch als Kathodenkomponenten.Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Speicherung elektrischer Ladungen und der Erleichterung des Elektronentransports innerhalb der Zelle. Als Elektronenleitungspfad ermöglichen diese Platten die elektrochemischen Reaktionen, die zur Erzeugung elektrischer Energie erforderlich sind. Ihre hohe Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit machen sie ideal für den Einsatz in Brennstoffzellen, insbesondere in Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen (PEMFCs) und Festoxid-Brennstoffzellen (SOFCs).

2. Wasserstofferzeugung durch Wasserelektrolyse

Bei der Wasserelektrolyse wird Wasser mithilfe elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Bipolare Graphitplatten dienen dabei als Elektroden und ermöglichen die elektrochemischen Reaktionen, die zur Erzeugung von Wasserstoffgas notwendig sind. Dieses Verfahren ist entscheidend für die Wasserstofferzeugung und stellt somit eine nachhaltige und umweltfreundliche Energiequelle dar.

3. Elektrochemische Sensoren

Graphit-Bipolarplatten werden in elektrochemischen Sensoren eingesetzt, Geräten zur Detektion chemischer Substanzen mittels elektrochemischer Reaktionen. Als Elektroden in diesen Sensoren messen Graphit-Bipolarplatten Änderungen des Elektrodenpotenzials und bestimmen so die Konzentration spezifischer Chemikalien. Diese Technologie findet breite Anwendung in der Umweltüberwachung, der medizinischen Diagnostik und der industriellen Prozesssteuerung und ermöglicht eine präzise und zuverlässige chemische Detektion.

4. Elektrochemische Bearbeitung

Bei der elektrochemischen Bearbeitung dienen Graphit-Bipolarplatten als Elektroden zur Materialbearbeitung durch elektrochemische Reaktionen. Durch die Steuerung des Elektrodenpotenzials ermöglicht dieses Verfahren präzises Abtragen und Formen. Die elektrochemische Bearbeitung wird häufig zur Herstellung von Mikrobauteilen, Nanomaterialien und anderen hochpräzisen Komponenten eingesetzt und bietet ein berührungsloses und thermisch schonendes Fertigungsverfahren.

Bipolare Graphitplatten sind vielseitig einsetzbar und spielen eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung elektrochemischer Technologien. Von der Brennstoffzellenherstellung über die Wasserstoffproduktion bis hin zu elektrochemischen Sensoren und der maschinellen Bearbeitung sind ihre Anwendungsgebiete breit gefächert und wirkungsvoll.

Sollten Brennstoffzellen Graphit- oder Metall-Bipolarplatten verwenden?

Die Wahl zwischen Graphit- und Metall-Bipolarplatten hängt von den spezifischen Anforderungen der Brennstoffzellenanwendung ab. Stehen Korrosionsbeständigkeit und Langlebigkeit im Vordergrund, sind Graphit-Bipolarplatten die bessere Wahl. Sind hingegen geringe Dicke, niedriges Gewicht und geringere Herstellungskosten entscheidender, eignen sich Metall-Bipolarplatten möglicherweise besser.

Für Hochleistungs-Brennstoffzellen, bei denen Langlebigkeit und Korrosionsbeständigkeit von größter Bedeutung sind, werden im Allgemeinen Graphit-Bipolarplatten bevorzugt. Für kompakte und leichte Anwendungen sind hingegen Metall-Bipolarplatten wahrscheinlich die bessere Wahl, sofern ein adäquater Korrosionsschutz gewährleistet ist. Letztendlich sollte die Entscheidung auf einer umfassenden Bewertung des vorgesehenen Einsatzzwecks der Brennstoffzelle, der Umgebungsbedingungen und der Leistungsanforderungen basieren.

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